Samplitude Academy: Sidechaining

Wer kennt das nicht? Man ist gerade dabei, die Instrumente einer Produktion abzumischen und greift dabei auf Equalizer und Kompressoren zurück. Das Thema “Sidechaining” ist manchen Anwendern kaum ein Begriff, andere scheuen vor der Anwendung dieses mächtigen Dynamiktools zurück.

Dabei kann man mit wenigen, einfachen Schritten für mehr Klarheit im Mix sorgen, Peaks vermeiden oder auch spannende Effekte erzielen.

Was ist Sidechaining?

Im Grunde ist Sidechaining eine Art “Trigger”, also ein Steuersignal, für den Kompressor. Hierbei wird der Kompressor zwar ebenfalls auf der jeweiligen Spur angesetzt, tritt jedoch nur dann in Kraft, wenn er durch das Signal angesteuert wird.

Das beste Beispiel:

Eine Bassdrum und eine Bassgitarre liegen oftmals in einem sehr ähnlichen Frequenzbereich. Aber natürlich will man nicht den Bass komplett für den ganzen Song mit einem starken Kompressor belegen. Auch die Alternative, durch die einzigartige objektorientierte Arbeitsweise in Samplitude immer zum Schlag der Bassdrum den Bass als einzelnes Objekt auf der selben Spur zu haben, wäre unglaublich aufwendig.

Also wird die Bassdrum im Sidechain als Regulator genutzt. Kurzum: Jeder Tritt sorgt für eine Komprimierung des Basses. Und auch nur dann, wenn die Bassdrum spielt und somit der Pegel des Sidechains stark genug ausschlägt. Ist die Bassdrum still, wird der Bass nicht komprimiert.

 Wie wende ich Sidechaining an?

In Samplitude 11 haben Sie eine ganze Reihe an Effekten, die einen Sidechaining-Modus integriert haben. Dies verhindert den komplexeren Weg über Aux-Busse und gestattet Ihnen, alles in der Oberfläche des Plugins zu steuern.
Als erstes brauchen wir also einen Kompressor, der per Sidechaining gesteuert werden kann. In unserem Beispiel nutzen wir hierzu den Compressor aus der neuen essentialFX-Reihe.

Diesen legen wir auf die Spur, welche komprimiert werden soll. In unserem Fall ist dies der Bass. Wir erinnern uns, der Bass soll mit dem Einsatz der Bassdrum komprimiert werden.

Nachdem wir also im Mixer den essentialFX Kompressor auf die Spur mit unserer Bassgitarre gelegt haben, öffnen wir das Plugin.

Wie genau der Kompressor das Signal beeinflusst, steuern Sie wie gewohnt über die Regler “Threshold”, “Ratio”, “Attack” und “Release”.

Um zu starke Kompression zu vermeiden, können Sie die Einstellungen am Kompressor selbst auch vornehmen, bevor Sie das Sidechaining integrieren. So hören Sie konstant den komprimierten Bass und können zu starke oder gar verfälschende Kompression vermeiden.

Nun müssen wir dem Kompressor “erklären”, dass er die Kompression nur dann vornehmen soll, wenn die Bassdrum angespielt wird.

Dazu stellen wir die Quelle direkt in unserem Plugin ein.

Klicken Sie im Menü des Effekts auf “Side Chain Input”. Wie Sie auf unserem Screenshot rechts sehen können, werden alle Spuren des aktiven VIPs bereits direkt angezeigt und können ausgewählt werden. Wählen Sie einfach die Spur, auf der sich die Bassdrum befindet und aktivieren Sie diese als Eingangssignal.

Sie werden feststellen, dass dies aktuell noch keine Auswirkungen hat.

Das liegt am “Modus” des essentialFX.

 

Dieser kann als “Int. Sidechain” und “Ext. Sidechain” eingestellt werden. In unserem Fall muss natürlich auf externes Sidechaining umgestellt werden.

“Ext. Sidechain”, also externes Sidechaining, funktioniert im Endeffekt exakt so, wie das interne Sidechaining. Allerdings dient nicht das eigene Signal als Auslöser des Kompressors, sondern eben das eben von Ihnen eingestellte Quellsignal.

Mit wenigen Klicks haben Sie soeben in Samplitude den mysteriösen ”Sidechain”-Effekt angewendet. Sicherlich werden Sie noch Feinjustierungen an der Art der Kompression vornehmen wollen, jedoch sollte schon jetzt Ihr Mix wesentlkich aufgeräumter klingen!

Wir wünschen viel Spaß beim experimentieren!

Über Falk

Projektmanagement Samplitude / Sequoia / Plug-ins / Gitarrist / Songwriter / Musiker 26 Jahre, Berlin

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