Samplitude Academy – Tiefenstaffelung mit Samplitude

 

Mittels Tiefenstaffelung bestimmen Sie die Anordnung Ihrer Signale in der Tiefe – also von vorne nach hinten – und können somit für einen transparenten Mix sorgen. Beim Abmischen entsteht durch die Simulation unterschiedlicher Entfernungen eine Platzierung der Instrumente im Raum. Dadurch lassen sich die Instrumente räumlich sehr effektiv voneinander trennen.

Um eine prägnante Tiefenstaffelung zu erzeugen, bearbeiten wir Lautstärke, Klangcharakter und Raumeindruck unserer Instrumentenspuren:

Lautstärke

Zunächst erstellen wir einen Rough-Mix unseres Songs. Dabei passen wir die Lautstärkeregler der einzelnen Spuren entsprechend unserer räumlichen Vorstellung des Klangbilds an. Der Tiefenstaffelungseffekt tritt dadurch ein, dass laute Instrumente vom menschlichen Gehör als nah empfunden werden, während leise als weiter weg aufgefasst werden.

Es versteht sich von selbst, dass wir dabei die als wichtig erachteten Signale lauter einstellen als die Begleitinstrumente.

Hinweis: An dieser Stelle werden Sie auch die Panoramaeinstellungen für die einzelnen Instrumente im Mix festlegen. Da diese jedoch nicht unmittelbar für das Tiefenempfinden im Raum maßgeblich ist, werden wir an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Spektrale Verteilung mit dem Equalizer

Ein weiteres akustisches Gesetz, das wir uns für die Tiefenstaffelung zunutze machen wollen, ist die Tatsache, dass tiefe Frequenzen eine größere Reichweite haben als hohe. Daraus folgt, dass mit zunehmender Entfernung die Signalquelle immer dumpfer klingt.

Für unseren Mix wenden wir diesen natürlichen Effekt an, indem wir für diejenigen Instrumente, die wir im Raum nach hinten stellen wollen, die hohen Frequenzanteile mittels EQ beschneiden. Hierfür verwenden wir einen flachen Hi-Shelf- (Lo-Cut-)Filter.

Durch die Absenkung der Höhen rücken die Begleitspuren in den Hintergrund und konkurrieren nicht mehr mit den Lead-Instrumenten. Dadurch bekommt der Mix mehr Klarheit und Struktur.

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Hall/Delay

Für die Wahrnehmung von Klängen im Raum spielen der Hallanteil („Dry/Wet“) einerseits und die ersten Reflexionen („Early Reflections“) andererseits eine große Rolle. Bei nahe befindlichen Schallquellen ist der Hallanteil eher gering und die ersten Reflexionen treffen deutlich nach dem Direktschall am Ohr ein.

Weit entfernt liegende Schallquellen hingegen weisen meist einen hohen Hallanteil auf und die ersten Reflexionen treffen fast gleichzeitig mit dem Direktschall am Ohr ein.
Dabei wird die Zeit bis nach dem Eintreffen der ersten Reflexionen als „Pre Delay“ bezeichnet.

Für den Einsatz von Hallgeräten zur Herstellung einer Tiefenstaffelung bedeutet dies, dass Instrumente dann als nah wahrgenommen werden, wenn wir hohe Pre Delay-Werte einstellen und den Hallanteil gering halten, wohingegen Instrumente mit niedrigen Pre-Delay-Werten und hohem Hallanteil als weiter entfernt erfasst werden.

1. Schritt: Zunächst erstellen wir drei AUX-Busse (Rechtsklick in Spurkopf > „Neue Spur einfügen“ > „Neuer AUX Bus“).

 

 

 

und bestücken sie mit drei verschiedenen Halleffekten: Raumsimulator, eFX_Reverb und VariVerb.

 

 

2. Schritt: Nun stellen wir den Raumsimulator für den ersten Send-Weg AUX 1 so ein, dass er für nah wahrzunehmende Instrumente geeignet ist.

In diesem Beispiel verwenden wir folgende Einstellungen:

Preset: Studio & Rooms / Close Room – 1,3s – basic

Pre Delay: 25ms

Wet: -94 dB

3. Schritt: Für unsere Gesangsspur stellen wir den Send-Weg AUX 1 auf 0dB (Unity Gain) und Pre-Fader

 

 

 

 

und passen bei laufender Wiedergabe die Lautstärke des Kanals AUX 1 an, bis der Gesang natürlich weit vorne im Mix erklingt.

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4. Schritt: Jetzt folgt die Einstellung für im Klangbild mittig liegende Signale. Hierbei stellen wir den eFX-Reverb im Send-Weg AUX 2 folgendermaßen ein:

Preset: Small Hall

mix: 50%

Pre Delay: 10ms

Diffusion: 50%. Mit diesem Parameter simulieren Sie die Streuung an unregelmässigen Wänden und Gegenständen. Je höher der Wert eingestellt ist, desto weicher und dichter wirkt der Hall und desto stärker kommt der Hall gegenüber dem Direktsignal zur Geltung.

5. Schritt: Passen Sie für die in Frage kommenden Spuren den Pre-Fader-Send-Weg AUX 2 von 0dB (Unity Gain) ausgehend an und stellen Sie die Lautstärke des Kanals AUX 2 ein, bis die entsprechenden Signale ihren mittigen Platz im Klangbild gefunden haben.

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6. Schritt: Schließlich bearbeiten wir noch die Einstellung für im Klangbild hinten liegende Signale. Hierbei stellen wir den VariVerb im Send-Weg AUX3 wie folgt ein:

Preset: 17 long hallway

dry mix: 0%

wet mix: 100%

EQ low: + 5 dB

EQ high: -18 dB

pre delay: 1.5 m (4ms)

diffusion: 87%

7. Schritt: Zu guter Letzt passen wir für die betreffenden Spuren den Pre-Fader-Send-Weg AUX 3 wieder von 0dB (Unity Gain) ausgehend an und stellen die Lautstärke

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Viel Spaß beim Erzeugen von Tiefe wünscht Ihnen Ihr

Samplitude-Team

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